Lukas Marschall

am

10/6/2018

Schweinetreiben in Geusfeld

Das ,,Schweinetreiben" verlief fast reibungslos!

In einer geselligen Runde, beim Pokalturnier des vergange­nen Jahres, verpflichtete sich Peter Keicher, sollte die 1. Mannschaft in der A-Klasse 30 Punkte erreichen, ein Schwein durch Geusfeld zu treiben. Ralf Finster erklärte sich an diesem zünftigen Abend spontan bereit, dieses Schwein zu spendieren.

Am Freitag, d. 23. Juni 1995, löste der Vorstand des SC Geusfeld seine Wette ein.

Planmäßig um 14.30 Uhr holten Ralf Finster und Peter Keicher das Borstenvieh in Wustviel ab. Dabei gab es im Schweinestall von  J. Firsching ein   vertrauliches Gespräch zwischen dem Schwein und dem 1. Vorsitzenden des Sport-Clubs Geusfeld. Der Inhalt dieses Gesprächs kann allerdings nicht preisgegeben werden.

Im Hof von Ralf Finster angekommen, warteten bereits viele schaulustige Geusfelder.

Bewaffnet mit Fotoapparat und Videokamera in der Hoffnung auf recht viel Spektakuläres, bewegte sich die Menge ungeduldig am Ort. Um 15.30 Uhr war es dann endlich soweit. Der erste Anlauf scheiterte prompt, als man nämlich beim Öffnen der Bordwand feststellte, daß sich die ,,Sau" vom Strick befreit hatte. Auf schnellstem Wege wurde der Hänger wieder verschlossen. Nach diesem Fehlstart mußte man das Schlimmste befürchten und die Schadenfreude stand einigen ins Gesicht geschrieben.

Im zweiten Versuch lief alles schon viel besser. Mit einem Ruck stand das Schwein auf seiner Startposition und schlug ohne große Anstalten die Wegstrecke Richtung Sebastian Finster ein. Umringt vom zahlreich erschienenen Publikum ließen sich weder der Schweinetreiber, noch das Schwein selbst aus der Ruhe bringen. In aller Gemütlichkeit und ohne weitere Pannen marschierte das drollige Paar in das Zielgehöft. Dort angekommen gönnten sich beide Akteure erst Einmal ein kleine Verschnaufpause. Das enttäuschte Publikum verlor so langsam das Interesse und Normalität beherrschte den Alltag wieder.

Was anschließend folgte ist klar, Fachmann Roland Geheb erledigte seine Arbeit.

Spektakuläres gab es dann aber doch noch bei der Zubereitung der Leberwurst. Der Fritz, übereifrig wie er nun einmal ist, betätigte die Wursteinfüllvorrichtung per Kurbel. Roland Geheb, der seinen Zeigefinger wohlwissend im Einfüllstutzen untergebracht hatte, konnte den sich immer mehr aufbauenden Druck nicht länger standhalten. Der noch nichtsahnende 2. Bürgermeister Sebastian befand sich ausgerechnet in der Schußbahn, als der kapitulierende Zeigefinger von Roland Geheb das Gerät verließ. Explosionsartig breitete sich die wohlschmeckende Masse in Richtung Sebastian Finster aus, der mit aller Ruhe und ohne jegliche Gegenwehr diesen Angriff entgegennahm. Betroffen waren neben den vielen Körperteilen vor allem die Augengläser, an denen sich der zähfließende Teig langsam in Richtung Fußboden bewegte. Man darf durchaus sagen, daß sich in diesen Schrecksekunden noch jeder das Lachen verkniffen hat.

Um 19.30 Uhr gab`s endlich das Kesselfleischessen, zu dem alle Mitglieder, Freunde und Gönner unseres Sportvereins geladen waren.

 

Das war die Geschichte vom ,,Schweinetreiben in Geusfeld” am Freitag, den 23. Juni 1995.