Lukas Marschall

am

10/8/2018

Höhen und Tiefen

Urban Lang zieht ein Fazit

28. Mai 1995 - 16.50 Uhr. 5:1-Sieg gegen DJK Fürnbach in Geusfeld. Letztes Verbandsspiel in der A-Klasse Ost. Es ist vollbracht - alles eitel Sonnenschein?

Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen, schaffte die 1. Mannschaft des SC Geusfeld zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Klassenerhalt nach dem Aufstieg in die A-Klasse.

Warum deshalb ein Fragezeichen hinter alles eitel Sonnenschein?

Die Sonne hat geschienen am 28. Mai nach einem 5:1-Erfolg im Derby gegen Fürnbach. Und auch die Fans, Mannschaft, Trainer und der Verein waren naturgemäß hochzufrieden, wurde doch die Mannschaft seit Jahren nicht den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft los. Vielleicht nicht zu Unrecht. Denn wer zweimal auf- und wieder absteigt, der muß damit leben, so genannt zu werden. Doch in diesem Jahr war alles anders.

Einmal marschierte die Elf von Trainer Urban Lang in der vergangenen Saison regelrecht mit Riesenschritten durch die B-Klasse Gerolzhofen. Doch wer nun glaubte, dies ginge in der nächst höheren Klasse so weiter, der sah nicht die Realität. Und diese Realität holte uns alle nach wenigen Wochen in der A-Klasse Ost wieder ein. Nach einem guten Start mit 6:2 Punkten, davon aber drei Heimspiele, wurden besonders in den Auswärtsspielen unserer Elf die Grenzen aufgezeigt. Hinzu kam häufig taktisches Fehlverhalten sowie unnötige Platzverweise.

Die Folge war deutlich an der Tabelle abzulesen. Immer in Kontakt mit den hinteren Plätzen schloß man in der Vorrunde mit mäßigen 13:17 Punkten ab. Zwölf von diesen Zählern wurden zu Hause eingefahren, auswärts aber langte es nur im zweiten Spiel in Holzhausen zu einem mäßigen Pünktchen.

Und wieder wurden Stimmen laut von der sogenannten Fahrstuhlmannschaft. Innerhalb der Fußballabteilung jedoch herrschte Ruhe und das Selbstvertrauen war vorhanden, die Klasse zu erhalten. Dies wurde besonders in der Vorbereitungsphase zur Rückrunde deutlich. Alle Spieler, erste und zweite Mannschaft, zogen im Training kräftig an. Hier wurde nach Überzeugung des Trainers der Grundstock gelegt.

Gleich zu Beginn, in Unterhohenried, zeigte die Elf um Torjäger Burkard Wengel, daß sie gewillt war, besonders auswärts einiges zu reißen. Doch allein der Wille reichte natürlich nicht aus. Hinzu kam, daß man in den folgenden Spielen besonders im taktischen Bereich gelernt hatte.

Wurde noch in den Vorrundenspielen nach einer Führung bedingungslos nach vorne gespielt, so sicherte man nun erst einmal den Vorsprung. Zwar war diese Spielweise nicht immer unbedingt schön anzusehen, doch der Erfolg trat in den Vordergrund. Hinzu kam schließlich, daß man nicht immer spielerisch und technisch die bessere Mannschaft war, aber ohne Zweifel die effektivste Elf. Mit Konterfußball und Disziplin zum Erfolg - so könnte man die Rückrunde umschreiben. Doch dies alleine reicht naturgemäß nicht aus, um die starke Rückrunde mit 19:11 Punkten zu erklären. Sicherlich gehörte auch das Quentchen Glück mit dazu. Auch, daß es weniger Verletzte und Ausfälle wie in der Vorrunde gab. Wichtig war ohne Zweifel, daß Spieler wie Ludwig Popp, Hermann Müller und Rainer Weigel ohne Leistungsabfall eingebaut werden konnten. Natürlich auch ein Spieler wie Burkard Wengel. Wer in der A-Klasse 32 Treffer erzielt, darf sich schon zu den besseren Stürmern zählen. Doch alleine wird sich selbst Burkard Wengel diesen Schuh nicht anziehen. Besonders ein Mittelstürmer benötigt eine homogene Mannschaft um zum Torerfolg zu gelangen. Alles in allem doch eitel Sonnenschein?

Ja wenn ... ja, wenn nicht schon wieder die Erwartungen einiger Fans ins Uferlose wachsen würden. Denn die kommende Saison wird mit Sicherheit nicht einfacher. Natürlich hat die Mannschaft Perspektiven - gute natürlich. Aber zu allererst heißt es sich in der Klasse zu behaupten. Also, auf ein Neues!

 

 

Torschützenkrone für Burkard Wengel

32mal schlug es beim Gegner ein

 

 

Die erfolgreichsten Torjäger in der A-Klasse Ost-Saison heißen Markus Henneberger von den Sportfreunden Unterhohenried und Burkard Wengel mit je 32 Toren.

Es kann sich schon ein Verein glücklich schätzen, einen Mittelstürmer wie Burkard Wengel in seinen Reihen zu haben. 32 Treffer in der A-Klasse Ost und damit Torschützenkönig, da stehen höherklassige Vereine vor der Haustüre und klopfen nicht nur an.

„Bei mir gab es schon die Überlegung“, so Burkard Wengel, ,,wie es sportlich weitergeht“. Der Reiz einmal höherklassig zu spielen war schon da. Ausschlaggebend für mein Bleiben beim SC Geusfeld waren vor allem der zeitliche Mehraufwand und das Alter. Außerdem gefällt es mir in Geusfeld sehr gut und ich spiele gerne für den SC.

Sagenhafte elf Tore in den letzten drei Spielen schoß Geusfelds Paradestürmer. Beim letzten Heimspiel gegen die DJK Fürnbach gelangen ihm vier Tore und ein erneuter Hattrick.

 

 

A-Klasse Schweinfurt-Ost Saison 1994/95

1.

SV Sylbach

30

80

:

36

47

:

13

2.

TSV Aidhausen

30

54

:

30

43

:

17

3.

DJK Abersfeld

30

44

:

30

38

:

22

4.

TSV Irmelshausen

30

53

:

45

36

:

24

5.

Spfr. Unterhohenried

30

65

:

58

33

:

27

6.

SC Geusfeld

30

64

:

62

32

:

28

7.

SV Mechenried

30

65

:

47

31

:

29

8.

TSV Kirchaich

30

68

:

57

30

:

30

9.

TSV Mellrichstadt

30

61

:

59

28

:

32

10.

TSV Knetzgau

30

41

:

49

28

:

32

11.

TSV Mühlfeld

30

49

:

58

28

:

32

12.

DJK Fürnbach

30

48

:

58

25

:

35

13.

Spfr. Holzhausen

30

53

:

73

24

:

36

14.

FC Bayern Fladungen

30

53

:

51

23

:

37

15.

TSV Saal

30

44

:

60

22

:

38

16.

TSV Oberstreu

30

30

:

89

12

:

48